Donnerstag, 7. November 2013

Drive und die Gewalt

 Neulich habe ich mal wieder einen Film gesehen, der mich auch Tage und Wochen danach noch beschäftigt. Wunderbar, ich liebe es wenn das passiert.
Ich habe ihn im Kino verpasst und die BluRay ist auch schon länger draussen, aber irgendwie hatte ich den Film nicht so richtig auf meiner NochzuGucken-Liste.


http://www.beat-the-fish.de/wp-content/uploads/2012/02/drive_ch.jpg



So müssen Filme sein: Ein pefektes Zusammenspiel von Optik (fantastische Bilder), Soundtrack (während ich dies schreibe, läuft gerade Nightcall) und darstellerischen Leistungen. Oberflächlich betrachtet, wird eine ganz einfache Geschichte Raub- und Rachegeschichte erzählt. Was mich aber fasziniert hat, ist das, was unter der Oberfläche des Drivers brodelt. Selten fand ich es so perfekt dargestellt, wie es unter einem nach außen hin extrem ruhigen, stoischen Menschen vor Gewalt nur so brodeln kann.

Ich bin nun wirklich kein Gegner von Gewalt in Filmen, Ich weiß gute und auch schlechte Actionfilme sehr zu schätzen, ebenso Thriller, Gangster,- und Rachefilme.

Was Drive meiner Meinung nach sehr aber deutlich von anderen Filmen aus diesen Genres unterscheidet, ist die Wirkung die dieser Film auf mich hatte. Die Kombination aus vielen langen, ruhigen Einstellungen, wenigen Dialogen, schönen Bildern und hypnotischer Musik lullt einen fast ein wie in einem schönen Traum, aus dem man jäh mit Anlauf getreten wird, mitten in den Kopf.
Die Gewaltszenen empfand ich als sehr krass, und ich habe schon einige gesehen in meinem Flimzuschauerleben. Im ersten Moment habe ich gedacht: Muss das so hart sein? Ist das nicht eine Spur zu weit? Doch genau diese Wirkung ist doch die richtige (hier): So wie die Gewalt hier gezeigt wird, ist sie abschreckend. Die Abgründe im Charakter des Driver werden dem Zuschauer so genau vor Augen geführt. Das, was er tut, ist kein Spaß, jede Handlung hat ihre zum Teil fürchterlichen Konsequenzen.

Und genau so muss es sein. Meiner Meinung nach wird Gewalt in Film und Fernsehen viel zu oft trivialisiert. Wenn in der x-ten Fernsehserie Leute mit kleinen Einschusstellen einfach umfallen, nimmt man als Zuschauer doch gar nicht mehr bewusst wahr, was da passiert ist: Ein Menschenleben wurde für immer genommen, mit Schmerzen, Blut und allem was dazugehört. Ganz schlimm war das früher beim A-Team: 4 Flüchtige schießen permanent mit automatischen Gewehren herum und nie wird irgendein Mensch auch nur getroffen. So verharmlost man Waffen. Früher wäre ich auch gerne wie Hannibal rumgelaufen mit Zigarre im Mund und Sturmgewehr im Anschlag.

Nach DRIVE möchte ich nicht mal ein Messer in der Tasche tragen geschweige denn feste Stiefel tragen oder mit jemand anderem in einem Aufzug fahren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen