Montag, 4. November 2013

Herbstspaziergangsgedanken

Ares-Vin geht schon mal vor


Ist die deutsche Sprache nicht herrlich? Ich meine einmal gehört zu haben, dass es keine andere Sprache in der Welt gibt, in der man Hauptwörter so schön ungegrenzt aneinanderklatschen kann wie im Deutschen. Donaudampffschiffahrtskapitänsmützenrandabstandshalternadelhersteller, oder auch Herbstspaziergangsgedanken.
Die kommen mir im Moment nämlich reichlich, denn es ist Herbst und dank Hund muss ich auch immer raus, egal wie bäh ich es auch finde.
Ich gebe ja zu, ich nerve das ganze Jahr über mein Umfeld mit meinen Empfindungen gegenüber den Jahreszeiten, denn grundsätzlich hasse ich jede Jahreszeit!

Der Sommer ist mir zu heiß.
Der Frühling zu naß und für Allergiker eine wahre Pein.
Der Winter ist mir zu kalt.
Und der Herbst ist mir zu naß und schmuddelig.

Wenn es im Sommer heiß ist, rufe ich des öfteren aus, dass ich mir en regnerischen Herbst herbeisehne. Wenn ich mal wieder im Schneechaosstau stehe, dann kann der Sommer gar nicht schnell genug kommen. Und so weiter und so weiter. Ich kokettiere gerne damit, ein Misanthrop zu sein.

Aber, jetzt mal ganz unter uns, nach einer Woche voller besonders vieler nasser, schlammiger und klammer Spaziergänge:

Der Herbst ist schön! Ares-Vin läuft viel beschwingter über den Acker als im Hochsommer und schlammverschmiert hat er einfach mehr Spaß. Ich mag die bunten Blätter, wie sie dichte Teppiche am Boden bilden. Ganz viele Igel rollen sich am Wegesrand, wenn mein Dicker (eigentlich ist er für einen Berner Sennenhund sehr schlank, tschuldigung, Ares!) sie erspäht und an ihnen schnuppert. Eine Tasse Tee, nachdem man hereingekommen ist und die Drecksklamotten abgestreift hat, schmeckt hervorragend. Und mit Kopfhören auf der Rübe kann man selbst im Regen, wenn man so schlau war mal nicht die Regenjacke zu vergessen, noch prima nachdenken, während man gemütlich durch die Gegend schlurft. Vorgestern ist mir doch tatsächlich die Idee zu einer hervorragenden Szene in einem Kieswerk eingefallen. Also, ganz ehrlich, für Autoren gibt es doch keine schönere Jahreszeit.

Außer vielleicht noch den Winter, wenn die schöne weiße Schneedecke noch unberührt am Morgen in der Wintersonne leuchtet, oder den Frühling, wenn die Blüten langsam aufgehen, sich die Schmetterlinge entpuppen und die ersten kürzeren Röcke an Damenbeinen gesichtet werden. Und wenn ich dann noch an die Grillzeit im Sommer denke ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen